Was ist Asbest?

Asbesthaltiges Gestein

Asbeste sind faserig ausgebildete Silikate, die in natürlichen mineralischen Gesteinen vorkommen.
Es gibt sechs Gruppen von kommerziell nutzbaren Asbesten. Der wirtschaftlich bedeutendste Asbest ist der Serpentin-Asbest (Chrysotil-Asbest), der rund 95 % der weltweiten Asbestproduktion ausmacht. Von den anderen fünf Gruppen sind lediglich Krokydolith-Asbest und Amosit-Asbest von Bedeutung. Die größten Asbestvorkommen befinden sich in Russland, Kanada und Südafrika.

Welche Eigenschaften hat Asbest?

Die einige Millimeter bis wenige Zentimeter langen Asbestfasern besitzen eine Vielzahl herausragender technischer Eigenschaften die man bereits im Altertum zu nutzen wusste. Schon der Name Asbest, der sich aus dem Griechischen asbestos ableitet und übersetzt soviel wie das „Unvergängliche“ heißt, sagt einiges über die Qualität dieses Materials aus. Mit Beginn der Industrialisierung Ende des neunzehnten Jahrhunderts begann die Nutzung der chemischen und physikalischen Eigenschaften in größerem Umfang. Die wichtigsten dieser Eigenschaften sind:

  • Beständigkeit gegen Säuren und Laugen
  • Beständigkeit gegen biologische Stoffe
  • Temperaturbeständigkeit
  • Beständigkeit gegen Fäulnis
  • Unbrennbarkeit
  • geringe elektrische Leitfähigkeit
  • hohe Reißfestigkeit
  • hohe Flexibilität und Elastizität
  • hohe Zerfaserbarkeit

Gesundheitsgefahren durch Asbest?

Asbest spleißt sich bei mechanischer Belastung zu immer feineren, mit bloßem Auge nicht mehr sichtbaren und nur wenigen tausendstel Millimeter großen Fasern auf. Diese gelangen über die Atemwege in die Lunge. Durch ihre Faserstruktur verhaken sie sich im Gewebe und sind durch ihre Resistenz für den menschlichen Körper nicht mehr abbaubar. Als Folge können Lungen- und Atemwegserkrankungen auftreten, wie z.B.:

  • Asbestose (Bindegewebe- oder Narbenbildung in der Lunge)
  • Lungen- oder Kehlkopfkrebs
  • Mesotheliom (Tumor des Rippen- und des Bauchfells)

Eine gesundheitliche Gefährdung von Asbest tritt nach heutigem Wissensstand lediglich durch Einatmen der in der Luft schwebenden Fasern über die Atemwege auf. Dabei kann die Latenzzeit (Zeitraum vom Einatmen bis zur Erkrankung) Jahrzehnte betragen.

Quelle: www.vis.bayern.de